Das Wochenende – oder besser gesagt: Der freie Samstag stellt eine mehr als willkommene Abwechslung zum sonst täglichen maximal Einerlei dar. Schon der Beginn markiert einen fröhlichen Wendepunkt, als Maddy und ich bereits beim sehr gemütlichen Frühstück das erste Glas Champagner im Gesicht haben.

Zwei Spiegeleier und ein kurzer Wink in Richtung „Garcon“ (niemand auf der Welt kann das so herrlich lustig aussprechen wie Maddy) später folgt das Zweite. Derlei nobelst angeschickert darf der Tag doch herzlich gerne starten.

Angesichts des etwas unsteten Wetterberichts startet jedoch erstmal große Ratlosigkeit beim Blick in die Garderobe. Wir entscheiden uns beide für die Zwiebelvariante, Maddy sich jedoch für eine Decklage aus Strick während mir meine winddichte Bomber größeren Komfort zu versprechen scheint. Derlei ausgerüstet verlassen wir das Hotel.

Ich bin gerade dabei ein Taxi heranzupfeifen als Maddy wiederum mich zurückpfeift. Ich lerne: Nix Taxi – U-Bahn ist das Fortbewegungsmittel „du jour“.

Wer mich kennt, der weiß: Ich hasse öffentliche Verkehrsmittel ..! Was der ein oder andere von Euch jetzt sicher als dezent dekadent verschubladen wird, ist eher der Anwesenheit und dem olfaktorischen Beiwert der – üblicherweise zu Hauf auftretenden – anderen Fahrgäste geschuldet. Ich mag das einfach nicht. Öffentlicher als ein Uber, ein eScooter oder ein Taxi wird es bei mir also sonst eher selten. Unter Gruppenzwang und / oder Alkohol lass ich mir ja alle 100 Jahre mal einen Bus oder eine Tram eingehen – aber U-Bahn…?! DAS ist mein Endgegner.

„WHAT…?!“ protestiere ich also lautstark. „Warum..? Der Tag hat doch so gut angefangen“ kann ich noch von mir geben bevor ich ein paar Meter weiter in den muffigen Schacht hinabgeschoben werde. Else – kaum weniger muffig – schiebt in meinem Kopf die Frage umher, warum eigentlich U-Bahnhöfe auf der ganzen Welt den selben Geruch zu verströmen scheinen…?! Soll das eine Art Hausmarke sein…?! „Meine Damen und Herren – der heutige Geruch: E-Schlauch de Luxe…“ albert Else herum. „Stell Dich nicht an“ werde ich von links zurechtgewiesen. Maddy, gerade mit dem Erwerb von 2 Tickets für dieses Spektakel beschäftigt, ist mein Blick nicht entgangen. Und schon startet die wilde Fahrt.

Die Madrid-Variante der „Metro“ enttäuscht keineswegs die ohnehin schon beeindruckend niedrigen Erwartungen. Sehr sehr Voll. Sehr sehr Warm. Sehr sehr Stickig. An der Innenseite der Scheiben kondensiert die vorherrschende Situations-Erotik, die Lautsprecherdurchsagen sind kaum mehr als ein krächzender Boxen-Test und die meisten Menschen machen das gleiche Gesicht wie ich. 8 Stationen – oder so. Nach der dritten hab ich aufgehört zu zählen, ergebe mich meinem Schicksal und verlasse mich blind auf Maddy. Einatmen – Ausatmen. Bis wir da sind.

Als ich meinen Kopf wenig später wieder über das Normalmaß der Bodenplatte in der Innenstadt stecken darf, sauge ich gierig die frische Luft ein. Orientierung suchend drehen wir uns kurz im Kreis bevor wir beschließen „erstmal Kaffee und Vino“

Der restliche Tag vergeht mehrheitlich recht ausgelassen in einem steten Wechsel aus Geschäften & Gastro. Wir schlendern gemütlich die Gran Via entlang, biegen gelegentlich ab in die Nebenstraßen und lassen uns einfach treiben. Hier und da machen wir etwas Beute beim Shoppen – und dann wieder keine Gefangenen bei „Jamon, Martini & Co“

Ein herrlicher Tag – der gut gefüllt und somit leider viel zu schnell vorbei ist. Den Nachmittag beschließen wir noch auf einer herrlichen Dachterrassenbar bevor uns auf den Rückweg ins Hotel machen.

Wir haben eine Abendreservierung – und müssen uns ein wenig sputen. Als Maddy uns samt Tüten wieder in die UBahn verfrachten will, erntet sie nicht mehr als einen Stinkefinger, während ich bereits schwungvoll beim Taxi am Straßenrand die Türen aufreiße. Gott sei Dank muss ich da nicht lange diskutieren – Maddy ist folgsam. Schätze mal, das liegt daran , dass wir uns nämlich mittlerweile den Arsch abfrieren. Der Wind hat ganz schon aufgefrischt. Jetzt aber nix wie zurück ins Hotel.

2 Taxifahrten und 2 heiße Duschen später sitzen wir in einmal mehr in einem von Maddys Fundstücken aus der Rubrik „sensationelle Gastronomie“. Ein toller Laden..!!! Wunderschön eingerichtet und das Essen kann man einfach nur als Food-Porn bezeichnen. Nicht nur geschmacklich – sondern auch fürs Auge: Die Farbenfreude auf Tisch und Teller ist ein absolutes Highlight..! Und die außergewöhnlich präsentierten Cocktails runden das Bild und den Bauch für den Abend mehr als ab.

Let‘s call this one a wonderful day…!

Veröffentlicht von neckimessergabel

*underconstruction*

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