Geschafft – die erste Woche ist vorbei. Und nicht nur das..! Mir wurde nämlich zwischenzeitlich mitgeteilt, dass ich doch einen freien Nachmittag habe. Und der steht mit dem morgigen Tag vor der Tür. Else und ich finden das ebenso überraschend wie grandios…!! Und somit fliegt an diesem Freitag nach der letzten Gruppe meine bananengeschwängerte Laptoptasche so schwungvoll auf den Beifahrersitz wie schon lange nicht mehr.
Bei dem Stichwort „Beifahrersitz“ fällt mir ein: Ich hatte noch gar nicht erwähnt, dass die Veranstalter mir für meinen Aufenthalt hier einen Wagen zur Verfügung gestellt haben. Und was für Einen….!!! Ein kaum gebrauchter M2 – Laut. Breit. Straff. Einfach nur absolut pornös! Sowas hab ich bislang auf derlei Veranstaltungen immer nur neidisch aus der Ferne betrachtet. Aber diesmal war ich es, in deren Hand der Schlüssel übergeben wurde – und ich feiere das schon seit einigen Tagen. Wobei ich natürlich zugeben muss: Der tägliche und obligatorische Stau ist jetzt nicht unbedingt das natürliche Habitat dieses Exemplars automobiler testosterongeladener Ingenieurskunst. Artgerechte Haltung eines solchen Gefährts geht definitiv anders – aber was soll´s? Rein in die Bude und das Grinsen aufgeschraubt…!

Mit dem Day Off vor der leicht verrotzten Nase werden an diesem Freitag Abend die Zylinder meines Sensations-Gefährts mit besonders viel Nachdruck geflutet. Überdies hab ich das Gefühl, dass mich das herrlich enthemmte Begrüßungsgebrüll der Klappen-Abgasanlage heute noch etwas kerniger willkommen heißt als sonst. Aber meine geschundenen Sinne können mich auch täuschen. Egal! Wohlig drücke ich den Allerwertesten ins Carbon-Gestühl und stelle das Gas auf Abfahrt. Jetzt aber nichts wie ab ins Hotel…!
Maddy ist bereits da. Ich selbst habe mich bereits vorab aus der Paella Challenge ausgeklinkt und kann es daher kaum erwarten zu erfahren, wo wir heute Abend dinieren werden bevor Morgen ein ausgiebiger Stadtbummel aka Shoppingtag aka Weintour aka Tapas-Day winkt.
Man muss wissen: Neben vielen anderen Dingen ist Maddy ein absolutes Ass im Auffinden von großartiger Gastronomie. Dieses scheinbar angeborene und nicht zu unterschätzende Talent hat uns schon viele schöne Stunden beschert – und auch heute enttäuscht Maddy keinesfalls.
Ein paar Stunden später sitzen wir satt und zufrieden in einem herrlichen Restaurant und winken dem Garcon nach der Rechnung für ein ganzes Batallion herrlicher Tapas. Auch die Drinks waren hervorragend – wenngleich auch etwas … sagen wir mal „anders als erwartet“

Den einzigen Abzug in der B-Note gibt es heute für uns selbst, denn wir gähnen bereits vor dem Eintreffen der Rechnung um die Wette. Wir sind beide einfach nur platt. Maddy ist seit früh auf den Beinen und nach Arbeitswoche, Flug und Co beinahe ebenso fertig wie ich nach den ersten 20 Gruppen. Eigentlich wollten wir, sozusagen zum Dessert, noch im Kneipenviertel ein wenig auf die Pirsch nach einem oder mehreren Absackern gehen – Aber wir packen es einfach nicht. Draussen ist es stockdunkel, ungemütlich kalt und zu allem Überfluss fängt auch noch an kräftig zu regnen, kaum das wir das Restaurant verlassen haben. Da ist der lieblich-leise Lockruf des Bettes eindeutig lauter als die Musik, die aus jeder der gefühlt 500 Bars im Umkreis von 200 Metern schallt.
Noch während uns die ersten dicken, kalten tropfen in die aufgestellten Kragen klatschen reden wir uns ebenso gekonnt wie umgehend ein, das alleine das Wetter nun den Abend beschließt und der einzige Grund wäre, warum wir schon bald im Taxi Richtung Hotel sitzen. Die Tatsache, dass wir keine 20 Minuten, nachdem wir das Hotelzimmer betreten haben, beide beinahe sofort bäuchlings aufs Bett fallen verbuchen wir anschließend unter „Tja – wir sind eben auch keine 25 mehr“ und nehmen uns vor, das alles Morgen wieder wett zu machen…..