#EPILOG – Waving the final Goodbye

Grundgütiger – Wie lange ist das nun her? Mehr als 4 Wochen? Großer Gott! Zu lange – soviel ist mal sicher, sitze ich doch schon wieder am Airport und warte auf den nächsten Abflug. Dienstreise. Madrid. 2 Wochen. Dazu an anderer Stelle mehr….

Egal wie man es dreht und wendet: Viel zu viel Zeit ist vergangen seit ich aus Kalifornien zurückgekehrt bin. Viel zu viel Zeit, seit ich eigentlich den Epilog ergänzen wollte. „Hätte – Wenn – Wollte – Sollte -Könnte – Müsste und Aber. Du und Dein oller Konjunktiv“ schimpft mich Else (nicht zu Unrecht) seit geraumer Zeit.

Da kann ich kaum mehr tun als imaginär meine Hände entschuldigend in die Luft strecken… Als ich heimkam blieb mir kaum Zeit einmal tief Luft zu holen bevor die große Alltagswelle wieder über meinem Kopf zusammenschwappte. So hatte ich es zwar befürchtet – aber dann doch auf einen anderen Ausgang gehofft. Lag ich wohl nachweislich daneben.

Das war so nicht der Plan. – den Epilog so lange aufzuschieben, bis die Erinnerung an das „nach Hause kommen“ schon beinahe verblasst ist… Der Abreisetag nur noch ein schattiger Fleck im Oberstübchen… Aber gut, was will man von so einem Tag auch groß berichten? Heimfliegen hat immer etwas … merkwürdiges. Hat man sich gerade so schön häuslich in einer anderen Zeit- Wohn- Wetter- und / oder Komfortzone eingerichtet – schon geht es wieder nach Hause.

Packen. Sich wundern, wie man es doch wieder geschafft hat so viel einzukaufen. Den Kofferschlössern gut zureden. Gepäck durch die Gegend wuchten. Auto aufräumen. Tanken. Fahren. Fenster auf. Ein letztes Mal einen tiefen Zug der salzigen Luft einatmen, ganz tief!! Die Bilder, Erlebnisse und frischen Erinnerungen im Herzen einschließen – auch ganz tief.

Der PCH 1 endet. Jetzt heißt es einmal mehr: Durch die Stadt zum Flughafen – mal wieder Los Angeles. Einmal volle Bandbreite. Von Süd nach Nord. Wieder vorbei an endlosen Meilen Gosse – An Rinnsteinen voller Traurigkeit und verlorener Hoffnung. Ich kann mich der Gänsehaut nicht erwehren. Mal wieder.

Der etwas abgelegene Parkplatz der örtlichen Mietwagenbude am LAX. Auto abstellen. Diskutieren. Ausladen. Wieder Koffer durch die Gegend wuchten. Wieder Transferbus. Wieder das Baustellenchaos am Terminal. Und wieder einmal sind irgendwann endlich die Koffer aufgegeben, die Bordkarten gedruckt – und ich stehe einmal mehr auf der Warteliste fürs Upgrade in die Business – diesmal auf Nachfrage, im Tausch gegen Meilen. Hab ich genug von – bekommen im Tausch gegen einen platten Hintern, ich erwähnte das Eingangs des Roadbooks. Auf dem Hinflug war das ja mehr Glückssache – aber genau da musste ich ja leider feststellen, dass knapp 13 Stunden in so ner Mühle sogar in der Business schon echt lang sind. Und in der Holzklasse .. Puh. Ich sag´s mal so: Wenn ich einfach n paar Meilen nach diesem Problem schmeißen kann, soll mir diese Lösung wirklich mehr als Recht sein.

Und ich hab Glück – der Vogel ist zwar mal wieder bumsvoll aber irgendeine arme Seele aus der Business hat es nicht bis ans Gate geschafft – und so wird mir an selbigem die frohe Kunde zugetragen, dass ich mich in Reihe 1 und in einem Bett ausstrecken darf. Da ich das in den Stunden vor dem Abflug ja noch nicht wusste, hab ich mir vorsorglich schonmal schön in der Lounge mit Schampus und Rotwein die Leber mariniert. Das Tagesziel zu dieser Zeit war ja noch, schnellstmöglich nach Abflug einzuschlafen – zur Not auch in einer aufrechten Sitzposition. Letzteres fällt zwar jetzt dank Upgrade aus, aber das hält mich nicht davon ab, in meinem Sessel an Bord nochmal schön mit Tomatensaft, Scotch und später Rotwein nachzulegen. Sicher ist sicher. Somit ist ein 7-stündiges komaverwandtes 5-Sterne-Schläfchen dann am Ende auch kein Problem und der Flug so auch recht schnell vorbei.

Ich lande an einem Mittwoch-Nachmittag in München. Die Passkontrolle nach Wiedereintritt in die muffige Weißwurstatmosphäre geht im einsfixdrei, aber die Koffer brauchen ewig. Draußen ist das Wetter ebenso trüb wie meine Stimmung. Clyde* war so ziemlich der und das Einzige, auf das ich mich hier gefreut hatte. Doch die Ankunfthalle ist leer, denn mein Liebster liegt mit der blöden Corona Bitch im Bett. Ihm geht es gar nicht gut. Und das trübt meine Gedanken sehr. So sind es also nur meine Koffer und ein einigermaßen missmutiges Ich – wenig später angereichert um einen kaum weniger missmutigen Taxifahrer, der mich eine gute halbe Stunde später vor meiner Einfahrt absetzt. Ich krame die gefühlt eingestaubten Schlüssel hervor und betrete meine Wohnung. Alles absolut unverändert – und doch im ersten Moment ein wenig fremd. Wie immer… Ein Gang durch jedes einzelne Zimmer. Zu Hause – und doch auch irgendwie nicht….. Wie immer der Gang zur Kaffeemaschine – das vertraute Gegurgel, gefolgt vom fordernden Gepiepse nach Wasser, Bohnen und wohl einem roten Teppich.

Kurz danach halte ich in meiner Hand eine Tasse schwarzen Kaffee. Ihr heißer Dampf malt draußen auf dem Balkon Nebelschwaden in den Nachmittag. Und das ist auch dieses Mal der Moment, in dem ich ein weiteres Mal nicht anders kann, als eines meines älteren Roadbooks zum etwa 10. Mal zu zitieren – weil ich einfach keine besseren Worte finden kann, für das Gefühl, dass nach jeder Reise daheim das Gleiche ist:

„Die Bäume vor meinem Großstadtbalkon sind allesamt kaum mehr als knorrige Nacktfrösche, das Rauschen des wie immer endlos vorbeiziehenden Verkehrs könnte kaum weniger gemein haben mit dem des Pazifiks und meine innere Uhr weiß überhaupt nicht mehr welche Zeitzone gerade angesagt ist.“

Und oh!! Das mit der Zeitzone soll sich wirklich böse rächen in den folgenden Tagen. Ich halte den Nachmittag durch, packe all mein Zeug aus, mache brav 3 Maschinen Wäsche hintereinander weg – und gehe danach zeitig in Bett. Einigermaßen müde …Ich war so clever, mir gleich für den kommenden Tag den Morgenappell im Büro geben zu müssen. Die Nacht davor entpuppt sich nur leider als der zweite Jetlag meines Lebens. Muss aber diesmal der große Bruder von dem von Hinflug sein. Meine Fresse. Ist das ein Scheiß! Also mit nicht mehr als 1,5 Stunden Schlaf im Gesicht und maximal zerknittert Morgens wieder raus. DAS passiert mir auch nicht nochmal.

Und während ich so vor mich hinfluche machen sich meine Gedanken beim Zähneputzen heimlich nochmal auf den Weg zurück nach Kalifornien … Was für eine Reise…! Was für eine Zeit….! Ich bin einmal mehr unendlich dankbar, das alles erlebt zu haben – ganz besonders, dass meine Eltern mich dieses spezielle Stück auf meinem Weg begleitet haben. Auch wenn es manchmal doch arg knapp an einem 2-Generationen-Lagerkoller entlanggeschrabbt ist – umso lustiger war es in anderen Momenten.

Jede Sekunde war in jedem Fall absolut und vollkommen angefüllt mit Einzigartigkeit.

Und auch wenn Mama und Papa mir gelegentlich mit einem Schmunzeln etwas anderes unterstellen: Ich möchte keinen einzigen Moment der letzten 3 Wochen hergeben oder gegen irgendetwas anderes eintauschen. Keiner von uns wird das jemals vergessen können.

Wir werden wohl kaum jemals zurückkehren – aber das, was wir gesehen und erlebt haben nehmen wir mit.

Für immer!

Bye Bye California.

Thanks for having us – and thanks for making this as #MEMORABLE as it was!

* Name von der Redaktion geändert. Schon in anderen Geschichten verwendet und abgeleitet von „Bonnie & Clyde“ – mein großer, bärtiger Freund, bessere Hälfte, Spielkamerad und ständiger Begleiter im Herzen.

Veröffentlicht von neckimessergabel

*underconstruction*

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