Da weiß man wirklich nicht wo man anfangen soll. Und es ist auch egal – weil ohnehin völlig unmöglich das Erlebte aus 2 Tagen und Nächten auch nur annähernd vollständig zu beschreiben.

Vegas (inkl. Umgebung) ist eine – oder besser gesagt wohl „DIE“ – Stadt der Gegensätze. Wüste vs. Wolkenkratzer. Gluthitze vs. Klimaanlagen am Anschlag. Moderne vs. Geschichte. Wassermangel vs. Verschwendung. Hier gibt es wirklich alles – nur Stille sucht man hier vergebens.

Und so starten wir – nach dem ersten flüchtigen Eindruck des geschäftigen, verstopften Strips gestern Nacht – unsere Zeit hier zunächst möglichst „sanft“ mit einem Ausflug zum Hoover Dam. Natürlich nicht ohne vorher die Vorräte aufzufüllen.

Mit großen Augen schieben die Beiden US-Neulinge in meinem Schlepptau den überdimensionierten Einkaufswagen (samt Cupholder) durch den örtlichen Walmart. Die putzlappengroßen Steaks werden ebenso ungläubig bestaunt wie die Milch in Gebinden, die bei uns als Reservekanister dienen würden, oder die Frühstückscerealien in den üblichen 20Liter Säcken. Hier ist einfach alles gigantisch – und wir sind nichtmal im Costco.

Ausgestattet mit einer neuen Palette Wasser, ein paar Snacks und Crushed Eis für die Kühlbox geht es dann wieder zum Auto. Papa hat sich zum „Lagervorarbeiter“ des bis unters Dach vollgestopften Gefährts erklärt und verstaut die Vorräte auf, unter und vor den Sitzen der zweiten und dritten Sitzreihe, bevor er selbst seinen Chefsessel im schattigen Fond hinter den getönten Scheiben besteigt.

Mama ihrerseits erklimmt derweil etwas angestrengt und unter vollem Körpereinsatz den Beifahrersitz auf Augenhöhe. Somit wäre die Sitzordnung für die Reise schonmal geregelt und wir verlassen den Parkplatz Richtung Osten zur Talsperre.

Die Fahrt vergeht zügig und bald schon haben wir das Bollwerk erreicht. Als wir das Auto abstellen und die Türen öffnen empfängt uns eine Wand aus Gluthitze. Es geht zwar ein ordentlicher Wind, aber der taugt nicht zur Kühlung sondern vermittelt schlicht das Gefühl, man würde einen heißen Föhn auf Hitze-Stufe 3 ins Gesicht gehalten bekommen.

Wir machen einen nicht wenig eindrucksvollen Spaziergang über die Staumauer. Das Staunen über den tiefen Wasserstand ist groß. Auch die schiere Größe des Damms ist einfach nur enorm und hinterlässt ordentlich Eindruck – insbesondere wenn man bedenkt, dass dieser in den 30er Jahren und somit nur mit den damals üblichen Mitteln gebaut wurde.

Leider hat uns schon alsbald die Hitze beinahe die Hirnschale versengt und so machen wir uns wieder auf in Richtung Auto – nicht ohne bereits auf dem Weg den Motor-Fernstart zu aktivieren. Derlei vorbereitet müht sich die Klimaanlage ordentlich einen ab, die Fahrgastzelle wieder auf lebensbejahendere Temperaturen zu bringen. Nur das Lenkrad wehrt sich und verbrennt mir ordentlich die Flossen bevor es weitergehen kann.

Für den gemütlichen Weg zurück in die Stadt wählen wir eine kleine Mautstraße durch die Wüste und durch ein angrenzendes Naherholungsgebiet an den Rändern des Stausees (oder was davon übrig ist). Kein Mensch oder Auto weit und breit – nur der atemberaubende Blick in die endlose Landschaft über Wüste und See bis in die Berge.

Was für ein Kontrast zu der Enge und Überfüllung der Stadt, die uns wenig später wieder mit offenen und bunten Armen empfängt. Ich setze meine beiden Passagiere zunächst an Ihrem Hotel ab, denn ich selbst muss Meines erstmal beziehen und einchecken. Ich hatte das Hotel nämlich nochmal gewechselt. Die Gruselbude vom ersten Tag taugte nämlich nichtmal mir für weitere Übernachtungen und so ziehe ich meinen Koffer motiviert in die nächste Bleibe. Der etwas abgeranzte Flur lässt jedoch leider auch hier nichts Gutes erahnen – aber Gott sei Dank liege ich mit meiner bösen Vorahnung kilometerweit daneben. Mich erwartet ein blitzsauberes Zimmer samt Kaffeemaschine inkl. Bestückung, wohlriechende Bettwäsche, eine breite Auswahl an Toilettenartikeln und liebevoll gefaltete Handtücher. Na das ist doch mal was…! „Best Western“ ist diesbezüglich einfach immer eine Bank. Egal wie die von außen aussehen – hinter der Zimmertür war die Welt bislang immer in Ordnung.

Derlei besänftigt krieche ich erstmal unter die frischen Laken um nach der Hitze des Tages mit einem ausgiebigen Nachmittagsnickerchen Kraft für den Abend zu sammeln.

Auf dem Plan: Den Strip erkunden und ein Abstecher ins Steakhouse.

To be continued….

Veröffentlicht von neckimessergabel

*underconstruction*

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  1. Avatar von Unbekannt

1 Comment

  1. Besser kann man die gnadenlose Natur und die Gegebenheiten nicht beschreiben. Ein bisher sehr beeindruckender Roadtrip. Gott sei Dank hat die Chefin ein super Reisevehikel gebucht.

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