*refurbished for a reason* In Ijmuiden beginnt der Tag unverändert sonnig und für mich daher mit einer ausgiebigen Laufrunde. Dem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse folgt, nach einem kurzen Verdauungsnickerchen, ein Spaziergang. Das Ziel: Die Strandbar am Ende von Ijmuiden. Ich wähle, wie letztes Jahr, den Weg durch die Dünen und über die Bunker Route, entscheide mich aber diesmal nicht für den befestigten Hauptweg, sondern für einen schmalen Trampelpfad.

Ziemlich viel los hier oben im Naturschutzgebiet: Ich passiere Ameisenfarmen, ein ganzes Bataillon Kellerasseln *Bäh* und die Bäume sind vollkommen bedeckt von irgendwelchen widerlichen Netzen. Simon Becketts „Die Chemie des Todes“ schießt mir durch den Kopf, angesichts der ganzen Insekten, die sich hier tummeln. Hier oben bei den Bunkern liegt der Gedanke auch nicht allzu fern. Schon letztes Jahr hatte ich beschrieben, welch gruseliger Sinn und Zweck einmal von ihnen ausging. Da sind die Käfer hier irgendwie gar nicht so fehl am Platz…

Was zur Hölle..?!

An jedem besonders schmalen Durchgang stehen 8 Millionen Brennnesseln, irgendwas piekst mir in die Wade und langsam aber sicher füllen sich meine Schuhe mit Sand während ich (mitunter kräftig bergauf) durchs Gemüse stapfe. Auch das Wetter scheint bemüht, mich in den Wahnsinn zu treiben. Sonne ohne Wind = 30°. Sonne mit Wind = 20°. Nur Wind = 5°. Dementsprechend ziehe ich gefühlt alle zehn Meter den Pullover entweder an oder aus. Warum genau hab ich eigentlich ausgerechnet heute das Modell mit dem doch sehr knapp bemessen Kopfloch gewählt? Zwischen meinen Zehen beginnt es, zu scheuern. Ich bin noch keine 20 Minuten unterwegs – Schon kein´ Bock mehr.

Verschlungene Pfade

Bald habe ich die Anhöhe passiert und stehe einmal mehr vor den gruseligen Ruinen. Wieder kriecht umgehend eine leichte Gänsehaut meine Wirbelsäule empor. Völlig unverändert stehen die düsteren Kolosse in den Dünen. Ein Beton-Monstrum neben dem Nächsten. Alle völlig unverändert. „Was hast Du denn auch erwartet?“ gibt Else einen Ihrer Klugschisse von sich „Schließlich stehen die Dinger seit über 80 Jahren hier.“

Die Finsternis ist geblieben….

Eine weitere Runde Sweatshirt-Samba später sitze ich in der angesteuerten Strandbar und genieße das erste Bier des Tages. Nicht mal Mittag. Läuft bei mir. Ich lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen, genieße den Wind um meine Nase (nicht ohne genau jetzt sehr dankbar für meinen Hoodie zu sein) und die Erinnerung an die Mühen des Herlaufens fühlen sich meilenweit entfernt an. Beinahe ebenso weit ebenso weit entfernt, wie die Plackerei der letzten Monate….

26.12.2024 – WHAT I CALLED HOLIDAYS LAST YEAR

Weihnachten – Zeit zum Auftanken, die ich wie immer bei meiner Familie verbringe. Nach vier Wochen Hotel bzw. Luftmatratze mal wieder in einem anständigen Bett zu schlafen fühlt sich ebenso gut an, wie die fortwährende Völlerei mit Mamas gutem Essen und die ausgedehnten Fernsehabende auf der elterlichen Couch. Das Leben meint es einfach gut mit mir. Doch allzu schnell sind die beschaulichen Tage vorbei. Der Tag der Abreise bricht an, doch es soll sich rausstellen: Das, was gut für meine Figur ist, ist eher schlecht für meine Nerven.

Vor mir liegt ein straffes Programm: Ich muss zunächst nach München, das Gepäck aus- und ein paar Kisten einladen, um diese dann gleich am nächsten Tag von dort aus nach Berlin zu bringen. Die neue Wohnung ist zwar frisch saniert, jedoch bin ich nicht unbedingt ein Fan von weißen Wänden und möchte daher meinen zweiwöchigen Weihnachtsurlaub dazu nutzen, hier ein wenig Farbe ins Spiel zu bringen.

Bereits früh am Morgen starte ich den Wagen und der Motor brummt ein fröhliches Wiedersehen. Ich hab den Rückwärtsgang noch nicht ganz drin, da meldet sich der fies-verräterische Gong, bei dem man auf Anhieb nie so genau weiß, ob es einfach nur unter 3° kalt ist, oder man das nächste Monatsgehalt für eine Reparatur ausgeben muss.

Ersteres ist heute unglücklicherweise nicht der Fall. Gleich nach dem Gong erscheint nämlich das unmissverständliche Zeichen für eine Reifenpanne. Hektisch schalte ich aufs Reifen Menü und stelle fest: Ich habe einen Platten – zumindest einen Halben – aber immerhin ausreichend platt, damit die gelbe Warnlampe sich ordentlich in Stimmung blinken kann. FUCK! Einen beschisseneren Tag hätte der Reifen sich dafür jetzt echt nicht aussuchen können, muss ich doch heute und Morgen über 1.200km zurücklegen.

Erstmal zur Tanke – gucken, was die Luftpumpe so spricht. Die muss gar nicht viel sagen, denn noch bevor ich den Schlauch aufs Ventil basteln kann, erblicke ich schon den Störenfried: Groß, rund und silbrig glänzend winkt mir ein Nagel aus meinem Profil zu. Scheint es sich da gemütlich gemacht zu haben: Sitzt bombenfest. Ein Anruf beim Reifenhändler offenbart die traurige Nachricht, dass man Ersatz nicht auf Lager habe, aber selbigen bestellen könnte. Ankunft: 3. Januar. Danke – Soviel Zeit habe ich nun beim besten Willen nicht. So bleibt mir nichts anderes übrig, als dem Nagel den Stinkefinger zu zeigen, den Luftdruck nochmal aufzufrischen, mir Papas Handkompressor in den Kofferraum zu schmeißen, loszufahren und zu beten. Wird schon irgendwie halten. Und das tut es auch.

Mit 80km/h krauche ich über die rechte Spur. Derart zwangsentschleunigt dauert die Fahrt nach München gute acht Stunden und einen Großteil meiner ohnehin schon im Übermaß beanspruchten Geduld. Der Reifenhändler in München hat am Abend auch keine besseren Nachrichten als der in Düsseldorf und so mache ich mich am nächsten Morgen in gleicher Manier (Handkompressor + Stoßgebet) wieder auf nach Berlin. Auch diese Fahrt entpuppt sich, angesichts des 80 km/h Handicaps, als Zerreißprobe für meine Nerven. Doch irgendwann erreiche ich auch dieses Ziel und schleppe, dankbar fürs Ankommen ohne ADAC, die Maler-Utensilien und kistenweise Werkzeug in meine neue Bude.

„Eigentlich sind die Tage zwischen den Jahren ja irgendwie gedacht um Luft zu holen und nicht um sich kaputt zu schuften“ meckert Else fortwährend, während ich in den nächsten 10 Tagen bemüht bin, aus dieser Traumwohnung ein zu Hause zu machen. Zumindest schonmal farblich. Leider muss ich gleich am Anfang feststellen, dass meine Leiter zu kurz ist (oder ich zu klein bin) um damit das obere Ende von 3,30 Meter hohen Wände zu streichen. Eine neue Leiter ist schnell besorgt (der Nagel hält immer noch) und die nächsten Tage sind eine schier endlose Aneinanderreihung von Baumarktbesuchen und Malerarbeiten, während ich 4 Zimmern und einer halben Decke einen neuen Anstrich verpasse.

Work Work Work

Ich steige etwa 5.654 pro Tag die Leiter rauf und runter, habe Blasen an den Händen, am Ende gewisse Ähnlichkeit mit Quasimodo und sinke jeden Abend etwas mehr lädiert auf meine Luftmatratze. Irgendwann um den Jahreswechsel herum erstrahlen die Räume in sattem Olivgrün, zeitlosem Greige und frischem Salbei und ich rolle den letzten Rest Malervlies wieder auf. Mission 1: Accomplished.

Zeit zum Ausruhen habe ich jedoch keine, denn jetzt kommen die Möbel. Zumindest mal die ersten, kleinen. Ich hatte das unfassbare Glück, für meine Münchener Wohnung einen Nachmieter zu finden, der diese exakt so übernehmen möchte wie sie ist. Mehr als mein Bett und meinen Küchentisch werde ich nicht mitnehmen. Alles andere (Schränke, Anstrich, Möbel, Lampen, sogar Bilderrahmen) kann da bleiben wo es ist. Beim Anblick der ausgehandelten Ablösesumme denke ich zwar kurz etwas wehmütig an die gerade abgeschlossenen, fast 2 jährigen, Totalrenovierungsarbeiten – aber was solls? Fang ich halt nochmal von vorne an.

Ich stelle fest: Sich komplett neu einrichten zu dürfen ist Fluch und Segen zugleich. Ein ganzes Internet voller Auswahl und ein Grundriss, der diverse Varianten der Zimmeraufteilung erlaubt, rauben mir buchstäblich den Schlaf. Wo ich vorher täglicher Stammkunde bei Obi war, so ist es ab jetzt IKEA. Zumindest mal für die Basics. Ein paar Kommoden fürs Schlafzimmer sollen es erstmal sein. Der Rest kommt später.

Ich kann mich mitunter nur wundern, wie viel Gewicht man in diese Kartonagen packen kann. Gott sei Dank hat Papa mir seine Sackkarre geschenkt – ohne die wäre ich wirklich und ohne jede Untertreibung am Arsch! Mit jedem Karton, den ich (ein Stoßgebet an meine Bandscheiben schickend) aus dem Hochregal ziehe, jault Else lauter auf bei dem Gedanken an die Luftmatratze am Abend.

Even more Work Work Work

Zwischen Werkbank, Möbelbau, Obi und IKEA ist der „Urlaub“ recht schnell vorbei. Am letzten Abend beschließe ich feierlich, mir etwas Warmes zum Essen zu gönnen. Ich kann schon lange kein Käsebrot mehr sehen, aber da mein Kochgeschirr noch in München steht, wird aus „warme Mahlzeit“ nicht mehr als eine TK Pizza. Während die sich im Ofen auf Temperatur bringt, mischt sich Else in die Vorfreude „Und worauf genau willst Du die essen?“ Fuck! Stimmt! Ich hab ja gar keinen Teller. Geschweige denn ein Messer was scharf genug wäre. Oh man ey – da ist wieder Improvisationstalent gefragt. Eine Viertelstunde später sitze ich auf meiner Luftmatratze, die Pizza kühlt auf einem Stück IKEA Karton ab, in meiner Hand befindet sich ein kaltes Dosenbier und auf dem Laptop läuft Netflix. Es sind die einfachen Dinge…

The simple things…

JANUAR 2025 – KEEP ROLLIN ROLLIN ROLLIN

An einem grauen Nachmittag Anfang Februar erreicht mich irgendwo zwischen Büro und Steuerkopflagerpresse die Nachricht, dass Morgen endlich mein Bücherregal geliefert werden soll. Mein erstes, wirklich schönes neues Möbelstück! Eigentlich sollte ich mich freuen – wäre da nicht das Kleingedruckte, welches mir mitteilt, dass man mir eine Europalette mit dem zarten Gewicht von 215kg zustellen wird – und zwar „bis BORDSTEINKANTE“!! Ungläubig starre ich auf das Display. Wie zur Hölle soll ich DAS DENN in die Wohnung kriegen? Ein Anruf beim Hersteller bleibt wenig erbaulich „Tja – das müssen sie dann wohl schauen“. Muss ich dann wohl.

Am Liefertag komme ich quasi zeitgleich mit dem Spediteur zu Hause an. Der Lademeister hat keinen Bock mir zu helfen und raunzt irgendwas in seinen Schal (Welcome to Berlin!) So stehe ich da und schaue etwas verzweifelt zu dem Koloss, der mir da vom Bürgersteig aus hämisch zuzuwinken scheint. Bleibt mir mal wieder nichts anderes übrig als Luft holen, Ärmel hoch und durch. Ich reiße noch an Ort und Stelle die Folie auf, versuche den Karton darunter zu zerlegen und schleppe dann jedes Teil einzeln – erst in den Hausflur, dann in den Aufzug und dann in die Wohnung. Eine Rennerei vom andern Stern und teures Lehrgeld für das Lesen von kleingedruckten Versandinformationen! Kaum 2h später bin ich fertig – in mehr als einer Hinsicht. Und wieder winkt meinem geschundenen Rücken nicht mehr als die Luftmatratze zum Ausgleich.

Immerhin: Diese Plackerei lehrt mich, bei der nächsten größeren Möbelbestellung auf die Versandmodalitäten zu achten und so kommt es, dass mir 3 Tage später IKEA mit einem LKW und 4 armen Schweinen eine Bestellung mit 1,8 Tonnen (!) Möbeln in mein bis dato noch gähnend leeres Wohnzimmer schmeißt. Beim Blick auf das Kartonagen-Kunstwerk verlässt mich einmal ganz kurz der Mut – Auch hier weiß ich einmal mehr nicht, wie ich das eigentlich alles aufbauen soll. Und das sind NUR die Basics!

Ich wiederhole: NUR die Basics!

10.02.2024 – DER UMZUGSTAG

Fängt schon Scheiße an. Als ich an diesem Montag früh Morgens aus dem Fenster meiner Münchner Wohnung schaue, ist da wo gestern noch die Parkverbotszone für den 7,5 Tonner ausgeschildert war nur ein leerer Fleck. Irgendein Klappspaten hat echt über Nacht die Schilder geklaut!!! Das macht es an einer vielbefahrenen, vierspurigen Hauptstraße jetzt etwas schwierig einen LKW und einen Transporter abzustellen. Die Jungs von der Spedition sind pünktlich – aber ohne die Schilder vergehen jetzt erstmal gute 1,5 Stunden, bis die Polizei alles geregelt hat und Transportfahrzeuge aufgereiht sind. Das Abenteuer kann beginnen!  

#NOBULLSHIT

Eigentlich wollte ich ja VOR dem Umzug noch etwas aussortieren und mich „gesund schrumpfen“ – aber angesichts der Kurzfristigkeit der Ereignisse blieb dafür keine Zeit. So dauert es zwei ganze Tage, bis die Jungs von der Spedition mein gesamtes Hab und Gut in unzähligen Umzugskartons verstaut haben. Die Fahrt nach Berlin verläuft reibungslos (HIER hat niemand die Schilder geklaut!) und einen weiteren Tag später sitze ich abends in meiner Bude – und bin völlig am Ende.

In meinem Wohnzimmer zur Linken: Immer noch die 1,8 Tonnen IKEA-Möbel von vor einer Woche. Im Salon zu meiner Rechten: Irgendwas um die 120 Umzugskartons. Nirgendwo: Eine dritte oder vierte Hand zum Anpacken. Man könnte meinen, jetzt wäre ein geeigneter Zeitpunkt für einen Nervenzusammenbruch, aber diese Aussicht heute (zum ersten Mal seit über zwei Monaten) wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen beflügelt ungemein.

Angesichts der nun sprichwörtlich meterhohen Maloche, die vor mir liegt bleibt mir gar nichts anderes übrig als das, was zu tun ich mittlerweile mehr als gewohnt bin: Aufstehen – Rotz abputzen – Krone richten – weitermachen.

FEBRUAR 2024

Die dunkle Jahreszeit zieht kaum wahrgenommen an mir vorbei. Ich sitze entweder im Büro (wahlweise in Berlin oder immer noch in München), baue Möbel auf, stehe aufm Wertstoffhof, hänge an der Stichsäge oder stecke Kopfüber in irgendeinem Umzugskarton. Diese Mehrfachbelastung, nicht zuletzt auch mit den zwei Jobs, fordert langsam aber sicher Ihren Tribut. Mitunter frage ich mich Morgens beim Blick in den Spiegel, ob ich das Drama überhaupt noch renovieren oder gleich unter Denkmalschutz stellen soll.

Aber Ende Februar ist es dann endlich soweit: Die Abmachung, meinen alten Job parallel noch weiterzumachen galt genau bis hier – und meine Bereitschaft, aus reiner Nächstenliebe, auch nur einen einzigen Tag mehr zu investieren geht leider gegen Null.

So packe ich am 20. Februar ein letztes Mal meine Sachen, und setze mich – wie üblich Donnerstag nach Feierabend – auf die Autobahn Richtung München. Natürlich mal wieder bei Eiseskälte, Dunkelheit und Schnee.

Winterwonderland

Mehr als 80 km/h sind nicht drin, eine Blechlawine nach der anderen säumt die Bahn und es kommt wie es kommen muss: Irgendwo bei Bayreuth – Irgendein Stau (es sollen zahllose werden in dieser Nacht) hangabwärts. Irgendwie tritt mein Fuß auf der Suche nach der Bremse ins Leere. Das Pedal quittiert zwar lautstark mit dem Gemecker vom ABS, aber die Bude verzögert nicht wirklich, sondern rattert sich nur langsam zum Stillstand. „Häh? Was´n hier los?“ Else hat den Gedanken noch nicht ganz fertig formuliert, da rauscht mir schon der erstbeste, ebenfalls sehr überraschte, Kutscher mit einem Krachen ins Heck. Na Bravo! DAS hat mir gerade noch gefehlt.

Schimpfend wie ein Rohrspatz reiße ich die Fahrertür auf, bereit den Unfallverursacher hinter mir erstmal zu einem Miniatur-Origami-Flamingo zusammen zu falten, aber soweit soll es gar nicht kommen. Ich kann gerade noch meinen Türrahmen greifen, bevor ich mich (in meinem wutigen Überschwang) beinahe ordentlich und filmreif aufs Maul gelegt hätte. Blitzeis! SCHEISSE! Von der Autobahn ist hier kaum mehr übrig, als eine spiegelglatte Eisbahn, auf der Schlittschuhe weit angebrachter wären als Autoreifen. Kein Wunder, dass hier keiner mehr rechtzeitig zum Stehen kommt!

Ungelenk ziehe ich mich wieder auf den Fahrersitz und bedeute dem Unglücksraben hinter mir mit Handzeichen, auf den Standstreifen zu rollen. Nach einem Rundgang um beide Fahrzeuge stellt sich heraus: Nur kleine Blechschäden, von einem angeknacksten Ego mal abgesehen keine Verletzungen bei den Fahrern. Also Daten ausgetauscht und weiter. Ich hab doch keine Zeit! Es ist auch so schon weit nach Mitternacht, bis ich in München ankomme.

Am nächsten Morgen sitze ich, etwas gerädert, aber dennoch pünktlich in meinem alten Büro bei der BMW M GmbH. Ein allerletztes Mal… Die Meisten meiner Leser wissen: Abschied nehmen fällt mir immer unendlich schwer. Ich habe diesen Job sehr geliebt – und auch meine Kollegen sind mir in den letzten fünf Jahren wirklich ans Herz gewachsen. Mit der Zeit hat sich sogar die ein oder andere wirklich innige Freundschaft aus dem gemeinsamen Lachen und Leiden in der Arbeit entwickelt.

Aber es gab halt diese maximale Inkonsistenz zwischen den propagierten Werten und dem, was gelebt wurde. Und da ich persönlich einfach höchst empfindlich bin, was das Thema „mit zweierlei Maß messen“ betrifft, kam ich damit einfach nicht mehr zurecht.

Jetzt und heute also, zwischen all dem Neuland in Berlin, wieder hier zu sitzen (oder besser gesagt sitzen zu MÜSSEN) fühlt sich, aller menschlichen Wärme und Wiedersehensfreude zum Trotz, so verkehrt an wie nur sonst irgendwas.

„Alles richtig gemacht“ gibt Else abschließend Ihren mittelscharfen Senf dazu.

Veröffentlicht von neckimessergabel

*underconstruction*

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